Operative Therapie der gutartigen Prostatavergrösserung

Die Wahl des Operationsverfahrens zur gutartigen Prostatavergrösserung ist bei alta uro eine ganz individuelle Entscheidung. Hierfür nehmen wir uns viel Zeit. Denn zur operativen Therapie einer gutartigen Prostatavergrösserung stehen mittlerweile verschiedenste Techniken zur Verfügung.

Um das für Sie am besten geeignete Verfahren auswählen zu können, müssen daher ihre individuelle Situation sowie ihre Präferenzen und Erwartungen in die Entscheidung einbezogen werden. Gemeinsam wählen wir dann das ideale Verfahren aus.

Bei der Auswahl des OP-Verfahrens werden bei alta uro folgende Aspekte in Betracht gezogen:

  • Ausprägung der Beschwerden und Einschränkung Lebensqualität
  • Die Grösse der Prostata, welche mittels Ultraschall bestimmt wird
  • Neben- und Vorerkrankungen bzw. die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten
  • Ausmass der Schädigung der Blasenfunktion
  • Wunsch nach Schonung des Samenergusses
  • Wunsch nach Operation ohne Narkose

alta uro bietet folgende Operationstechniken zur Therapie der gutartigen Prostatavergrösserung an:

Alle operativen Eingriffe werden an der Merian Iselin Klinik in Basel durchgeführt.

1. Bipolare TUR-Prostata (Transurethrale Resektion der Prostata, TURP)

Was ist die bipolare TUR-Prostata?
Die Operation erfolgt über die Harnröhre und benötigt eine Spinal- oder Vollnarkose. Durch ein Endoskop wird mittels einer von Strom durchflossenen Schlinge das Prostatagewebe entfernt. Das die Blasenentleerung beeinträchtigende Prostatagewebe wird abgetragen, sodass anschliessend die Harnblase wieder ungehindert entleert werden kann.

Für wen ist das Verfahren geeignet?
Die TUR-Prostata ist für Patienten mit einem Prostatavolumen bis etwa 100 ml nach wie vor eines der Standardverfahren. Das Verfahren ist sehr etabliert und die Technik wurde in den letzten Jahren weiterentwickelt. Alta uro führt die Operation ausschliesslich mit einem sogenannten bipolaren Resektionsinstrumentarium durch, sodass das Blutungsrisiko minimiert ist. Des weiteren kann das sogenannte Einschwemmsyndrom, eine teils lebensbedrohliche Veränderung des Salzgehalts des Blutes verhindert werden, da die Spüllösung einen mit dem Blut identischen Salzgehalt hat.

Welche Vorteile bietet dieses Verfahren?
Der Vorteil der bipolaren TURP ist, dass es eines der am etabliertesten OP-Verfahren der Urologie überhaupt darstellt. Es liegen zahlreiche Studien zur langfristigen Wirkung und Haltbarkeit der Technik sowie zu ihrer Sicherheit vor.

Welche Risiken und Nachteile sind bekannt?
Jegliches Verfahren, bei dem Gewebe der Prostata abgetragen wird ist mit einem gewissen Blutungsrisiko verbunden. Des weiteren kommt es oftmals zu einem Ausblieben des Samenergusses. Es besteht zudem ein geringes Risiko der Verengung der Harnröhre als Reaktion auf die Operation. Zudem kann das abgetragene Gewebe wieder nachwachsen, so dass in seltenen Fällen nach einem gewissen Zeitpunkt nochmals eine Operation notwendig wird. Das Risiko eines unwillkürlichen Urinverlusts (Inkontinenz) nach der OP ist sehr gering.

2. Greenlight Laservaporisation der Prostata

Was ist die Greenlight Laservaporisation der Prostata
Die Greenlight Laservaporisation ist eine bewährte Technik zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrösserung. Das durch die Harnröhre in Narkose durchgeführte Verfahren nutzt die Technologie eines Hochleistungslasers, um das überflüssige Prostatagewebe schnell und präzise zu verdampfen. Wenn der Operateur den Laserstrahl an die Prostata leitet, werden die Lichtimpulse des Lasers vom Gewebe der Prostata aufgenommen. Innerhalb von Millisekunden wird die Temperatur des Wassers im Gewebe so hoch, dass das Gewebe verdampft.

 

Für wen ist das Verfahren geeignet?
Die Greenlight Laservaporsation der Prostata ist eine etablierte Alternative zur TUR-Prostata. In zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass das Verfahren bezüglich der Wirksamkeit vergleichbar zur TUR-Prostata ist. Aufgrund der physikalischen Wirkung des Lasers auf das Gewebe ist auch eine Operation von Patienten mit starken Blutverdünnern sicher möglich. Des weiteren können durch erfahrene Operateure, wie es die Ärzte von alta uro sind, auch Patienten mit einem Prostatavolumen von über 100 ml sicher und wirksam operiert werden.

Welche Vorteile bietet dieses Verfahren?
Wissenschaftliche Untersuchungen konnten zeigen, dass nach einer Greenlight Laservaporisation der Prostata weniger Blutungskomplikationen auftreten als nach einer TUR-Prostata. Da der Laserstrahl das Gewebe verdampft und gleichzeitig verschorft, ist das Risiko einer Blutung sehr gering. Ein Vorteil des Greenlight Lasers ist, dass auch Patienten mit Blutverdünnung oder erhöhtem Blutungsrisiko sicher operiert werden können.

Welche Risiken und Nachteile sind bekannt?
Zur Anwendung der neusten Generation des Lasers liegen aktuell noch nicht so viele Langzeitdaten vor wie zur TURP. Auch nach einer Operation mit dem Greenlight Laser kann es zu einer Nachblutung kommen, auch wenn das Risiko im Vergleich zur TURP geringer ist. Es besteht zudem ein geringes Risiko der Verengung der Harnröhre als Reaktion auf die Operation. Zudem kann das abgetragene Gewebe wieder nachwachsen, so dass in seltenen Fällen nach einem gewissen Zeitpunkt nochmals eine Operation notwendig wird. Eine Folge der TUR-Prostata ist das Ausbleiben des Samenergusses. Bei der Greenlight Laservaporsation kann mit Hilfe einer speziellen Technik diese Funktion geschont werden. Das Risiko eines unwillkürlichen Urinverlusts ist auch nach der Laservaporisation sehr gering.

3. Aquablation (Aquabeam) der Prostata

Was ist die Aquablation (AquaBeam) der Prostata?
Das AquaBeam-System stellt eine Neuheit zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrösserung dar. Hierbei wird mittels eines computergesteuerten Wasserstrahls das überschüssige Prostatagewebe abgetragen. Auch dieses Verfahren wird über die Harnröhre endoskopisch in Narkose durchgeführt. Beim Abtrag des Gewebes wird auf elektrischen Strom oder Hitze verzichtet und das umliegende Gewebe wird somit optimal geschont.

Ein Höchstmass an Präzision wird durch den Operationsroboter garantiert, der den zuvor durch den Operateur mittels Ultraschall festgelegten Bereich abträgt. Die Präzision, die verhältnismässig zurückhaltende Abtragung des Gewebes und der Verzicht auf Hitze sind Gründe dafür, dass der Samenerguss in vielen Fällen erhalten werden kann.

Für wen ist das Verfahren geeignet?
Grundsätzlich ist die Aquablation der Prostata für Patienten mit mittelgrossen bis grossen Prostatadrüsen geeignet. Blutgerinnungshemmer sollten keine eingenommen werden. Insbesondere aufgrund der in den meisten Fällen möglichen Schonung des Samenergusses stösst das Verfahren auf breite Resonanz.

Welche Vorteile bietet dieses Verfahren?
Das Verfahren wurde in verschiedenen Studien wissenschaftlich untersucht und unter anderem mit den Resultaten der TUR-Prostata verglichen. Es zeigt sich bei vergleichbarer Verbesserung des Wasserlassens mit Aquablation insbesondere eine sehr hohe Rate an Patienten, bei denen der Samenerguss und die Sexualfunktion erhalten werden. Durch den Verzicht auf Hitzeanwendung beim Abtrag des Gewebes leidet nur eine geringe Rate an Patienten an „Reizbeschwerden“ der Harnblase nach der OP.

Welche Risiken und Nachteile sind bekannt?
Bei der Aquablation handelt es sich um eine neuartiges OP-Verfahren. Daher fehlen aktuell noch Langzeitdaten von mehr als zwei Jahren aus vergleichenden Studien zur TUR-Prostata. Aktuell kann somit noch nicht definitiv ausgeschlossen werden, dass die Schonung des Gewebes unter Umständen dazu führen könnte, dass das Gewebe wieder nachwächst und somit nach einiger Zeit nochmals eine OP notwendig ist. Das Auftreten von Nachblutungen ist auch nach Aquablation möglich, aufgrund der bei alta uro routinemässig während der OP durchgeführten endoskopischen Kontrolle und Blutstillung jedoch gering. Das Risiko eines unwillkürlichen Urinverlusts ist auch nach der Aquablation sehr gering.

4. Rezum Wasserdampfablation der Prostata

Was ist die Rezum Wasserdampfablation der Prostata?
Bei dieser minimal-invasiven Therapie erfolgt unter endoskopischer Kontrolle eine Einspritzung von sterilem Wasserdampf in das zu behandelnde Prostatagewebe. Behandelt wird die innere Zone der Prostata, welche die Vergrösserung der Prostata und somit die Beschwerden verursacht. Durch Kontakt mit dem Gewebe geht der Wasserdampf in seinen flüssigen Zustand zurück und gibt dabei die gespeicherte Wärmeenergie frei.

Diese Energie wirkt direkt auf die Zellen im Behandlungsgebiet ein. Durch die abgegebene Wärmeenergie werden die Zellen im Behandlungsgebiet geschädigt und abgebaut. Dies führt zur Schrumpfung der Prostata, so dass je nach Grösse der Prostata nach einigen Wochen der Weg für den Harnfluss wieder frei ist. Nach der Behandlung erhalten die Patienten einen Harnröhrenkatheter, der nach wenigen Tagen entfernt werden kann.

Für wen ist das Verfahren geeignet?
Das Verfahren ist insbesondere für Patienten mit kleinerem und mittlerem Prostatavolumen bis ca. 80 ml geeignet. Da kein Gewebe abgetragen wird ist der Eingriff auch in lokaler Betäubung oder in Sedation möglich. Eine Spinal- oder Vollnarkose ist somit nicht zwingend nötig. Aufgrund der in den meisten Fällen möglichen Schonung des Samenergusses sowie der minimal-invasivität ist das Verfahren auch für jüngere Patienten geeignet, da es einen Mittelweg zwischen Medikamenten und den gewebeabtragenden Verfahren darstellt.

Welche Vorteile bietet dieses Verfahren?
Da eine Wärmeausbreitung über die Prostata hinaus nicht stattfindet ist eine Inkontinenz nahezu ausgeschlossen. Die Ejakulation ist ebenfalls nahezu unbeeinträchtigt. Zudem handelt es sich um einen sehr kurzen Eingriff, der in den meisten Fällen nicht länger als 10 -15 Minuten dauert. Da kein Gewebe abgetragen wird, ist auch das Risiko von Nachblutungen oder Beeinträchtigungen durch die Wundheilung minimal.

Welche Risiken und Nachteile sind bekannt?
Für Rezum liegen mittlerweile Langzeitdaten zur Wirksamkeit über 4 Jahre vor. Diese konnten zeigen, dass die Rate der Patienten, welche eine erneute Operation benötigten bei etwa 5% lag. Die Zahl der Patienten, welche erneut Medikamente benötigen beträgt ebenfalls etwa 5%. Der Effekt der OP tritt im Gegensatz zu anderen Techniken nicht unmittelbar ein, so dass teilweise erst nach einigen Wochen eine Verbesserung bemerkt wird. Zudem ist je nach Prostatagrösse für wenige Tage ein transurethraler Katheter erforderlich.

5. Da Vinci roboterassistierte Enukleation der Prostata

Was ist die Da Vinci roboterassistierte Enukleation der Prostata?
Liegt eine ausserordentliche Vergrösserung der Prostata vor und bestehen beispielsweise gleichzeitig Steine der Harnblase oder Divertikel, so kann eine Operation mit dem DaVinci Roboter erforderlich werden. Hierzu wird über kleine Schnitte am Bauch mit den Instrumenten des Operationsroboters die Harnblase eröffnet und anschliessend das gutartige Gewebe der Prostata ausgeschält.

Für wen ist das Verfahren geeignet?
Das Verfahren ist für Patienten geeignet, bei denen eine ausserordentliche Vergrösserung der Prostata besteht und ggf. zusätzlich noch weitere Schädigungen der Harnblase wie Blasensteine oder Divertikel (Ausbuchtungen) der Harnblase bestehen.

Welche Vorteile bietet dieses Verfahren?
Da das gutartige Gewebe der Prostata komplett entfernt wird, ist ein Nachwachsen des Gewebes sehr unwahrscheinlich. Des weiteren können gleichzeitig grosse Blasensteine oder Divertikel entfernt werden.

Welche Risiken und Nachteile sind bekannt?
Da der Zugang über den Bauch erfolgt, ist in der Regel ein Spitalaufenthalt von mehreren Tagen erforderlich. Zudem ist ein Blasenkatheter für ca. 5-7 Tage notwendig. Des weiteren besteht ein sehr geringes Risiko für die Verletzung umgebender Strukturen. Das Risiko einer starken Nachblutung ist ebenfalls gering. Das Risiko eines unwillkürlichen Urinverlusts ist auch nach der roboterassistierten Enukleation der Prostata sehr gering.

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